Drei Wochen nach dem Saisonstart in Kerpen ging es für den KCK Talents Cup diesmal in den Süden Deuschlands, genauer gesagt nach Baden-Würtemberg zur Kartbahn Liedolsheim, die nördlich von Karlsruhe beheimatet ist.

Im Qualifying sicherte sich Erik Wiegel die Pole Position, der allerdings nur bei den ROK Minis mitfährt und somit kein Teil des Talents Cup ist. Innerhalb von einer halben Sekunde befanden sich hinter Wiegel gleich fünf Fahrer des Talents Cups. Den besten Job lieferte dabei Phil Collin Strenge ab, der auf Position zwei raste. Der Doppelsieger aus Kerpen Marcell Korchukov sicherte sich Startplatz drei, Vincent von Malsch ging von der vier ins Rennen. Mit nur 0,445 Sekunden Rückstand auf die Spitze gelang auch Mathilda Paatz auf Position fünf eine gute Runde. Rookie Maximilian Pilch stach ebenso heraus, denn der Neunjährige strotzte der deutlich erfahreneren Konkurrenz und stellte sein Kart auf Rang sechs.

„Wir trainieren richtig oft hier, weil ich nur eine Stunde entfernt wohne. Im Qualifying hat mir das natürlich geholfen, das Rennen ist aber eine ganz andere Sache. Ich muss versuchen, nach dem Start direkt nach innen zu gehen, um die Tür für die anderen zu zu machen und vorne zu bleiben“, denkt Phil Strenge nach dem Zeittraining direkt ans Rennen. Dort sieht er vor allem einen Hauptgegner: „Marcell Korchukov ist ein guter Fahrer und fährt sehr konstant. Unter Umständen könnte auch Mathilda Paatz eine Gefahr werden, die hatte zu Beginn niemand auf dem Schirm, aber sie hat viel trainiert und ist richtig schnell geoworden.“

Ein Sonderlob von der Konkurrenz für die schnellste Dame im Feld, die an diesem Wochenende ein echtes Mammutprogramm abspulte, da sie gleich in zwei Klassen antrat – und das bei diesen hitzigen Temperaturen! „Ich fahre nicht zum ersten Mal eine Doppelklasse. Es ist zwar anstrengend, aber der Ehrgeiz dafür ist da und es gibt mir neben dem großen Spaß auch mehr Erfahrung“, sieht die 12-Jährige die Doppelbelastung als Vorteil. Sorgen um ihre Fitness muss sich dabei keiner machen, denn mit Skifahren, Thaiboxen und Tanzen ist sie neben dem Kartfahren auch so eine echte Sportskanone.

Vor dem Rennen erklärt Rookie Elias Tittus (Startplatz 18) die Unterscheide zum letzten Rennen: „In Kerpen gibt es weniger Geraden, außerdem unterscheiden sich die Kurven bei der Geschwindigkeit deutlich. Es gibt hier gute Überholmöglichkeiten, selbst im langsamen letzten Teil kann man mit der richtigen Linienwahl vorbeikommen am Vordermann. Es ist hier also schon leichter, am Gegner vorbeizufahren.“ Dieser Eindruck sollte sich im Rennen bestätigen – wenngleich zunächst nicht an der Spitze.

Im ersten Lauf erwischten die beiden Vorausfahrenden, Erik Wiegel und Phil Colin Strenge einen miserablen Start: Während das Kart des Polesitters gar nicht erst ansprang, gab es auch bei Phil Colin Strenge Probleme.  An die Spitze schob sich daher Marcell Korchukov, gefolgt von Vincent von Malsch und Mathilda Paatz. Im hinteren Teil des Feldes krachte es gleich zu Beginn, mehrere Karts waren in den Unfall verwickelt. Und schon wieder war Pechvogel Elias Tittus darin verwickelt. Nach technischen Problemen in Kerpen war es auch in Liedolsheim wieder ein gebrauchter Tag für den Rookie. Vorne zeigten Korchukov und von Malsch in den Runden darauf, warum sie sich im Förderkreis des Kart-Club-Kerpens befinden und entflohen dem Feld. Nach dem verpatzten Start musste sich Phil Collin Strenge dagegen durch das gesamte Vorderfeld kämpfen, um wieder den Anschluss nach ganz oben herzustellen. Sehenswert schnappte er sich Vincent von Malsch in Kurve fünf, sodass er bald auf Position drei war und die Verfolgung des mittlerweile zweitplatzierten Marlon di Salvo aufnahm. In der allerletzten Runde des Rennens nahm Strenge den Mut zusammen und überholte Pilch, dabei schlüpfte Maximilan Pilch ebenfalls mit durch und holte sich damit das Podest ab. Ungeachtet fuhr Marcell Korchukov einen komfortablen Sieg ein, es hieß nun drei aus drei für ihn, da er bereits in Kerpen beide Rennen für sich entschieden hatte. „Die Probleme der anderen am Start haben mir natürlich geholfen, weil ich da direkt vorne bleiben konnte. Von da an wusste ich, dass die Chancen auf den Sieg sehr gut sind. Am Ende konnte ich einen großen Vorsprung herausfahren“ zeigt sich der Rennsieger zufrieden. Für das zweite Rennen sieht er ein spannendes Duell: „Mit Sicherheit ist Phil Colin Strenge der Hauptgegner. Ich war das ganze Wochenende ein bisschen schneller, aber trotzdem respektiere ich ihn und weiß, dass er eine Gefahr ist.“ Mit dieser Aussage sollte der der 12-Jährige Recht behalten…

In Lauf zwei behielt Korchukov am Start die Führung, dahinter geriet Phil Collin Strenge unter Druck von Marlon di Salvo. Vincent von Malsch hatte ebenfalls den Drang auf ein Podium, konnte den Speed des Spitzentrios aber nicht ganz mitgehen. An der Spitze gelang es Strenge nach ein paar Runden tatsächlich, an den Dominator Korchukov heranzufahren. An den besten Überholpunkten in Kurve drei und sechs war er aber zunächst nicht nah genug dran, um einen Versuch zu starten. Dahinter befand sich Marlon di Salvo im Logen-Platz und hielt sich seinerseits mit Attacken zurück – das sollte sich am Rennende noch für ihn auszahlen. Denn in den darauffolgenden Runden kam Strenge in Schlagdistanz von Korchukov und wurde allmählich ungeduldig. Immer wieder gab er dem Heck seines Konkurrenten einen kleine Schubser, drei Runden vor Schluss war es dann endlich soweit: In Kurve drei geht Marcell Korchukov weit, was Phil Strenge eiskalt ausnutzt und die Spitzenposition einnimmt. Dass Korchukov nicht nur vorneweg fahren kann zeigt er direkt einen Umlauf später, als er sich an gleicher Stelle die Führung zurückholt. Rad an Rad gehen die beiden in die letzte Runde, diesmal wechselt die Führung sogar zweimal, beide Fahrer kämpften erbittert. Im langsamen letzten Teil der Strecke dann aber das Fiasko. Strenge will unbedingt einen Weg an Korchukov vorbeifinden, was zu einer Berührung der Karts führte. Dies endete für beide in einer miserablen Beschleunigung auf die Zielgerade. Nutznießer dieses Vorfalls wurde Marlon di Salvo, der seine Chance nutzte und an beiden Kontrahenten vorbeizog. Über die gesamte Schlussphase hinweg ließ er die beiden Streithähne ihren Kampf ausfechten und wartete geduldig auf seine Möglichkeit. Seine Rennintelligenz wurde mit dem Sieg belohnt. Im Ziel konnte es di Salvo kaum fassen, als Gewinner aus dem Rennen gegangen zu sein und freute sich riesig. Ganz anders war die Stimmung von Marcell Korchukov, der im Parc Ferme Phil Strenge zur Rede stellte und seinen Unmut äußerte. Am 29. September treffen die beiden Rivalen und alle anderen Fahrer des Talent Cups wieder aufeinander. Spannung ist nach diesem Ausgang garantiert!

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